„Wunschbilder“ werden im Heidelberger Kunstverein ausgestellt

Am 5. Mai 2018 um 15 Uhr eröffnet die Ausstellung „Wunschbilder“ im Café des Heidelberger Kunstvereins!
Unsere Bilder werden bis 8. Juli 2018 dort zu sehen sein.

Am 26. Mai 2018 ab 17 Uhr das Wunschbilder FEST im Heidelberger Kunstverein: Gespräche mit Beteiligten, syrisches Essen und Musik mit Ali Moraly

Aus Projektgesprächen zum Entwurf zur Bildserie (die Geschichte hinter den Bildern):

„Ein junger Mann ist gezwungen worden, seine Heimat zu verlassen und ein Flüchtling in einem anderen Land zu sein. Das wollte er nicht, das war nicht seine Idee.“

„In seiner Heimat gibt es für junge Männer wie ihn zurzeit zwei Möglichkeiten: Entweder wird er gezwungen für die eine oder die andere Seite im Krieg zu kämpfen, was bedeutet, dass er seine Mitmenschen umbringen muss oder er wird selber Opfer.“

„Er hat noch nicht viele Erfahrungen im Leben gemacht. Er ist noch nicht selbstständig. Er musste noch nie selber Verantwortung für sein Leben tragen. Er musste noch nie so mit sich selbst und seinem Leben ringen.“

„Auf dem Weg hierher sind schlimme Sachen passiert. Es gab so viele Gefahren und er wurde von anderen Menschen ausgenutzt. Viele profitieren von den Flüchtlingen, vor allem die Schleuser.“

„Nun ist er dankbar, dass er in Sicherheit ist und dass es hier in Europa (Gott sei Dank!) Frieden gibt. Aber es ist auch sehr schwierig für ihn hier. Er vermisst seine Familie, seine Freunde und sein Land. Er wird hier wie ein Kind behandelt, obwohl er schon erwachsen ist. Er hat das Gefühl, viel Zeit verloren zu haben, weil er, zum Beispiel sehr lange auf einen Sprachkurs warten musste und nach zwei Jahren in Deutschland immer noch nicht gut Deutsch sprechen kann. Er gibt sich Mühe, aber es fällt ihm schwer. Er schämt sich dafür, dass er es noch nicht kann.“

„Es gibt so viel, was für ihn hier schwierig ist. Der junge Mann hat viele Sorgen und auch viele Fragen, z.B.:
‚Wie kann ich die Sprache lernen, wenn ich kaum Kontakt zu Deutschen habe?‘
‚Wie kann ich hier leben, wenn ich weiß, dass viele Deutsche Angst vor mir haben?‘
‚Warum haben so viele Deutsche solche Vorurteile über mich?‘
‚Warum wird eine Riesensache daraus gemacht, wenn ein Flüchtling etwas Schlechtes macht, wenn viele Deutsche auch dumme Sachen machen?‘
‚Wie schaffe ich es, als schüchterne Person aus einer anderen Kultur, Menschen hier kennenzulernen?‘
‚Wie kann ich die Menschen hier verstehen, wenn sie aus so vielen verschiedenen Kulturen kommen?‘
‚Wie kann ich ihnen zeigen, wer ich bin?‘
‚Wie kann ich alles alleine schaffen?‘“

„Er wünscht sich, dass es in seiner Heimat keinen Krieg mehr geben würde. Er wünscht sich, dass seine Familie lang genug am Leben bleibt, dass er sie wiedersehen kann und mit ihnen wieder gemeinsam am Tisch sitzen kann. Er wünscht sich, eine eigene Familie zu gründen, weiß aber nicht, wie er hier die richtige Frau finden kann. Er wünscht sich Freunde, mit denen er sich sehr gut versteht und die ihn verstehen. Er wünscht sich, eine Arbeit zu finden, wie er sie sich immer erträumt hat. Er wünscht sich, sich nicht mehr als Last zu fühlen, sondern etwas zurückgeben zu können. Er wünscht sich, sich wieder als wertvoller Mensch fühlen zu können.“

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